Teenagersprechstunde

Der erste Frauenarztbesuch ist für sehr viele junge Mädchen unangenehm. Wir nehmen uns deshalb in der Teenagersprechstunde sehr viel Zeit für die erste Begegnung. Im Mittelpunkt steht daher nicht die Untersuchung, sondern das Gespräch. Wir freuen uns auch darüber, wenn Sie in Begleitung mit Freund, Freundin oder Mutter kommen wollen.

Wir beraten in der Teenagersprechstunde junge Mädchen zu allen Themen der körperlichen Entwicklung, zu Menstruation, Monatshygiene und Verhütung. Wir sprechen über sexuell übertragbare Erkrankungen und wie man sich vor einer Ansteckung schützt. Außerdem informieren wir über die neue Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, deren Kosten inzwischen von den meisten gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Falls eine Pillenverordnung gewünscht wird, führen wir eine Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke durch. Die oft so gefürchtete Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl ist in den meisten Fällen nicht nötig.

Im Laufe ihres Lebens infizieren sich etwa 3 von 4 sexuell aktiven Frauen und Männern mit dem Human-Papillom-Virus (HPV), das Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses auslösen kann. Durch eine neue Impfung kann das Risiko einer Infektion erheblich gesenkt werden.

HP-Viren werden durch Haut- und Schleimhautkontakt, meist beim Geschlechtsverkehr, übertragen. Kondome verringern das Infektionsrisiko, bieten jedoch keinen sicheren Schutz. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt und heilt folgenlos ab, in 40% aller Fälle verbleiben die Viren aber im Körper, die Infektion wird chronisch. In diesem Fall kann es zu Zellveränderungen bis hin zu Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses oder auch des äußeren Genitals kommen.

Über 40 verschiedene Typen des humanen Papillomvirus können den Genitalbereich befallen. Unter all diesen Typen sind es vier, die für die häufigsten Erkrankungen im Genitalbereich verantwortlich sind:

  • „High-risk”-Typen (wie die humanen Papillomvirentypen 16 und 18) können Gebärmutterhalskrebs oder Zellveränderungen in der Schleimhaut des Gebär-mutterhalses verursachen, die sich zu Krebs entwickeln können.
  • „Low-risk”-Typen (wie die humanen Papillomvirustypen 6 und 11) können Warzen im Genitalbereich verursachen und gutartige (auffällige, aber keine krebs-erzeugenden) Veränderungen am Gebärmutterhals verursachen.

Die oben genannten Typen des humanen Papillomvirus können gutartige Läsionen am Gebärmutterhals, aber ebenso äußerliche Läsionen im Genitalbereich (z. B. Läsionen der Vulva, der Scheide oder Genitalwarzen) hervorrufen.

Bei der regelmäßigen Krebsvorsorge wird lediglich auf eine bereits bestehende Zellveränderung hin untersucht, ein Check, ob eine Infektion mit HP-Viren vorliegt, ist nicht Bestandteil des gesetzlichen Programms. Als Zusatzleistung kann dieser Test jedoch vorgenommen werden. Dadurch können die „high-risk“- bzw. „low-risk“-Typen getrennt nachgewiesen werden.

Die neue Impfung schützt gegen die Infektion mit den meisten high-risk und vor einigen low-risk-HPV-Typen. Sie ist aber keineswegs gegen alle HPV-Typen wirksam. Eine Impfung kann auch auf keinen Fall die regelmäßigen Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs ersetzen.

Um Gebärmutterhalskrebs mit Hilfe der Impfung umfassend vorzubeugen, müsste die Impfung zum festen Bestandteil der gesetzlichen Vorsorge werden. Da die Impfung am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr schützt, sollte jedes Mädchen ab dem 12. Lebensjahr geimpft werden. Aber auch später liefert die Impfung Schutz vor Virustypen, mit denen noch kein Kontakt bestand.
Viele Krankenkassen beginnen bereits umzudenken: Sie erstatten die Impfkosten (500 – 600 Euro) bei bestimmten Altersklassen.

Das Pro und Contra – das Für und Wider – bezüglich Impfungen erhitzt seit langem die Gemüter. Impfen bleibt eine individuelle Entscheidung, die sich am jeweiligen Sicherheitsbedürfnis eines Menschen und evtl. bereits bestehenden gesundheitlichen Problemen, z. B. Allergien orientiert.

Zusammen mit anderen Verbesserungen unserer Lebensumstände (Ernährung, Hygiene, teilweise Ausrottung von Krankheitserregern) können Impfungen vor gefährlichen Krankheiten schützen. Gravierende Nebenwirkungen sind selten, aber möglich. Mit der HPV-Impfung steht eine Methode zur Verfügung, gegen zwei bis vier der über 100 HPV-Viren zu immunisieren, die hauptsächlich für den Großteil aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich sind.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:
https://www.rki.de

Empfängnisverhütung

Verhütung – alles klar? Vielfältige Verhütungsmethoden stehen, abhängig vom Lebensalter und Sicherheitsbedürfnis, zur Auswahl. Aber nicht alle sind für jede Frau geeignet.

Vor allem gesundheitliche Aspekte der einzelnen Frau (z.B. Krampfaderneigung, Zigarettenkonsum, Vorbelastung mit Thrombose, Einnahme von Medikamenten) können und sollten die Wahl des richtigen Verhütungsmittel beeinflussen.

Am besten lässt sich dies jedoch im persönlichen Gespräch klären.

Die wichtigsten Verhütungsmittel in der Übersicht:

Die meisten Präparate sind heute Mikropillen, sie bestehen aus einem Östrogen (Ethinylöstradiol) und einem Gestagen. Einphasenpräparate enthalten in allen 21 Pillen die gleiche Menge an Wirkstoff. Sie sind einfach zu handhaben, ein Vertauschen der Pillen hat keine Konsequenzen.
Zwei- und dreistufige Präparate haben unterschiedliche, im Zyklus ansteigende Konzentrationen und werden v. a. bei chronischen Zwischenblutungen eingesetzt. Sie dürfen nicht vertauscht werden.
Die Pille unterdrückt die Ausschüttung zweier spezieller Hormone der Hirnanhangsdrüse, die im Eierstock für die Einzelreifung zuständig sind. Dieser Vorgang ist reversibel. Außerdem beeinflusst die Pille den Gebärmutterschleim, der den Muttermund so gut verschließt, dass ihn Spermien nicht mehr durchdringen können. Zuletzt verhindert die veränderte Gebärmutterschleimhaut, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten könnte.
Zu welcher Tageszeit die Pille eingenommen wird, spielt keine Rolle, wichtig ist die Einnahme zur ungefähr gleichen Uhrzeit. Pillen können mit einer Verspätung von bis zu 12 Stunden genommen werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt.
*Der Pearl Index liegt bei 0,1 – 0,9.

Die Spirale besteht aus einem kleinen, weichen T-förmigen Kunststoffkörper, umwickelt von einem feinen Kupferdraht. Durch die erhöhte Konzentration von Kupferionen werden die Spermien inaktiviert, so dass eine Befruchtung nicht zustande kommt. Sollte dennoch einmal eine Eizelle befruchtet werden, verhindert die Spirale deren Einnisten.
Die Spirale wird während der Periode in die Gebärmutter eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt können wir sicher sein, dass keine Schwangerschaft vorliegt, außerdem ist während der Menstruation der Muttermund weit geöffnet, so dass das Einlegen vereinfacht wird. Nach dem Einsetzen sucht sich die Spirale die richtige Lage, unter Umständen empfinden Sie dabei für kurze Zeit ein ziehendes Gefühl, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden.
*Der Pearl-Index der Spirale liegt bei 0,3 – 1.

Wie die Kupferspirale besteht auch die Hormonspirale (Mirena) aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper. Anstatt Kupfer wird jeden Tag eine sehr geringe Menge an Gestagenen in die Gebärmutter freigesetzt, dadurch wird der Cervixschleim so verdickt, dass ihn Spermien kaum durchdringen können. Außerdem verhindert das Gestagen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Die Hormonspirale wird wie jede Spirale am besten während der Menstruation eingesetzt.
*Mit einem Pearl-Index von 0,1 ist die Hormonspirale eine sehr sichere Verhütungsmethode.

Nach der Pille ist das Kondom auch heute noch die zweithäufigste Verhütungs-methode. Vor dem Geschlechtsverkehr wird das Kondom über den erigierten Penis gestülpt und abgerollt, das Reservoir am Ende des Kondoms nimmt die Samenflüssigkeit auf. Nach dem Samenerguss muss der Penis noch in erigiertem Zustand vorsichtig aus der Scheide herausgezogen werden, das Kondom sollte dabei festgehalten werden. Auf diese Weise gelangen keine Spermien in die Scheide, eine Schwangerschaft wird verhindert.
Kondome sind in allen möglichen Größe, Farben und Variationen frei verkäuflich.
*Der Pearl-Index ist mit 3 bis 11 relativ hoch, wegen der häufig falschen Anwendung von Kondomen.

Der Nuva Ring enthält – genau wie die Mikropille – ein Östrogen und ein Gestagen und wirkt auch auf die gleiche Art und Weise. Der Ring mit einem äußeren Durchmesser von 56 mm und einer Dicke von 4 mm wird in die Scheide eingeführt und bleibt dort 21 Tage liegen. In dieser Zeit gibt er kontinuierlich kleine Mengen an Hormonen ab. Nach 21 Tagen wird er entfernt, es folgt wie bei der Pille eine 7-tägige Pause, in der die Blutung eintritt. Der Ring darf für kurze Zeit (bis zu 3 Stunden) entfernt werden, wenn er z. B. beim Geschlechtsverkehr als störend empfunden wird.
*Pearl Index 0,4 – 0,7

Die 3-Monats-Spritze enthält nur ein Gestagen und ähnelt damit der Minipille. Sie wird zweimal alle 2 Monate, danach alle 3 Monate in den Gesäßmuskel injiziert, die Wirkstoffe gelangen langsam und verzögert an die Gebärmutter und die Eierstöcke. Die Wirkung erfolgt über eine Verdickung des Gebärmutter-halsschleims, gleichzeitig wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindert.
*Der Pearl Index liegt bei 0,2 – 1,4.

Wie die 3-Monats-Spritze oder die Minipille enthält das Verhütungsstäbchen nur ein Gestagen. 4 cm lang, 2 mm dick und flexibel wird es nach einer kleinen lokalen Betäubung direkt unter die Haut des Oberarms gelegt und verbleibt dort für 3 Jahre. Der Eingriff verläuft völlig schmerzfrei. Das Stäbchen ist jederzeit tastbar, aber nicht zu spüren.
*Der Pearl Index liegt bei 0,1, ist also sehr sicher.

Hormonpflaster werden seit einiger Zeit nicht nur bei Wechseljahrsbeschwerden, sondern auch zur Verhütung eingesetzt. Die Zusammenstellung der Hormone und die Wirkweise sind mit der Mikropille vergleichbar, durch das Pflaster werden die Hormone jedoch gleichmäßig über die Haut aufgenommen. Dabei wird das Verhütungspflaster drei Wochen lang einmal wöchentlich gewechselt, dann folgt eine Woche Pause ohne Pflaster, in dieser Zeit kommt es zur Blutung.
*Der Pearl-Index liegt bei 0,8 – 1,0.

Da eine Sterilisation zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit führt, setzt sie eine definitiv abgeschlossene Familienplanung voraus. Der Eingriff erfolgt heute ambulant. Bei der Frau werden in Vollnarkose durch eine Bauchspiegelung die Eileiter durchtrennt, so dass Spermien und Eizelle nicht mehr aufeinander treffen können. Beim Mann erfolgt der Eingriff in örtlicher Betäubung, die Samenleiter werden durchtrennt.
*Der Pearl Index für Frauen und Männer liegt bei 0,1, d.h. die Sicherheit ist sehr hoch.

Die „natürliche“ Verhütung setzt fundierte Grundkenntnisse über den weiblichen Zyklus voraus. Bei einem regelmäßigen 28-tägigem Zyklus (1. Blutungstag = 1. Zyklustag) wird der Eisprung etwa am 14. Zyklustag stattfinden. Da das männliche Sperma mehrere Tage befruchtungsfähig sein kann, beginnt die fruchtbare Zeit der Frau mehrere Tage vor dem Eisprung, also etwa am 9.–10. Zyklustag. Die sicher unfruchtbare Zeit der Frau fängt circa 2 Tage nach dem Eisprung an und geht bis zum Einsetzen der Periode.

Grundlage für diese Verhütungsmethode ist der Anstieg der Körpertemperatur nach dem Eisprung. Jeden Morgen wird nach mindestens 6-stündigem Schlaf und noch vor dem Aufstehen die Temperatur gemessen und in eine Tabelle eingetragen. Bis zum Eisprung (14. Zyklustag) liegt sie normalerweise zwischen 36,5°C und 37°C, nach dem Eisprung steigt sie um etwa 0,5 Grad Celsius. Danach beginnt die unfruchtbare Zeit.
Die ersten 9 Tage nach dem Eisprung sind jedoch nur bedingt unfruchtbar, da schon kleinste Lebensveränderungen den Zeitpunkt des Eisprungs verschieben können. Die Temperaturmessmethode setzt einen sehr regelmäßigen Zyklus voraus und ist für Frauen, die im Schicht- oder Nachtdienst arbeiten, nicht geeignet.
*Der Pearl-Index liegt bei etwa 1,5 – 4.

Diese Methode ist eine Notlösung, sollte es doch einmal zum Zeitpunkt des Eisprungs zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr gekommen sein. Innerhalb von 24 max. 48 Stunden nach dem Verkehr sollte die „Pille danach“ eingenommen werden. Hierbei handelt es sich um ein hoch dosiertes Hormonpräparat, das die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Schleimhaut der Gebärmutter verhindert. Die „Pille danach“ ist verschreibungspflichtig, Nebenwirkungen können Erbrechen und Übelkeit sein.
Eine ähnliche Wirkung bietet die „Spirale danach“, sie verhindert ebenfalls eine Einnistung, sie muss bis 4 Tage nach dem Verkehr gelegt werden.

*Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Methode.

Familienplanung

Die Voraussetzungen sind perfekt, Sie wünschen sich ein Kind, aber Sie werden nicht schwanger. Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt, kann das viele Ursachen haben. Ob es organische Gründe oder hormonelle Störungen sind oder ob die Probleme im psychischen Bereich liegen – wir helfen Ihnen weiter.

Viele Paare wünschen sich ein Baby

Doch nicht immer geht dieser Wunsch in Erfüllung. Man schätzt, dass nahezu jede siebte Ehe ungewollt kinderlos bleibt. In vielen Fällen liegen organische Ursachen oder hormonelle Störungen vor, die heute mit Hilfe fortschrittlicher medizinischer Methoden behoben werden können. Manchmal sind es jedoch auch psychische Probleme, die einer Schwangerschaft im Wege stehen.

Paare brauchen zunächst einmal Geduld

Im Normalfall liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft in jedem Menstruationszyklus bei 15 – 25 %. Bei der Hälfte der Paare mit Kinderwunsch klappt es während der ersten 3 Monate. Zwei Drittel der Frauen werden innerhalb eines Jahres schwanger. Bei einem unregelmäßigen Menstruationszyklus dauert es durchschnittlich länger bis eine Schwangerschaft eintritt.

Schwangerschaftsvorsorge

Herzlichen Glückwunsch! Nun beginnen 9 spannende Monate. Wahrscheinlich fühlen Sie sich hin und her gewirbelt zwischen Freude und Ungewissheit, was nun auf Sie zukommen wird. Welche Schritte sollten Sie zu welcher Zeit tun und welche Maßnahmen helfen Ihnen und Ihrem Kind, die Schwangerschaft rundum gesund zu erleben? Wir helfen Ihnen mit vielen Informationen und Tipps. Mit modernster Technologie begleiten wir Sie sowohl durch eine unkomplizierte, schöne Schwangerschaft als auch durch schwierige Zeiten. Beratung in Ernährungsfragen oder zu gesundheitlichen Risiken gehören genauso zur Schwangerschaftsvorsorge wie regelmäßige begleitende Untersuchungen, insbesondere auch bei Risikoschwangerschaften.

Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen finden in den ersten 30 Schwangerschaftswochen in 4-wöchigen Abständen, danach bis zum Entbindungstermin alle zwei Wochen statt. Neben klinischen Kontrollen, Beratungen und mehreren Laboruntersuchungen gehören dazu auch 3 Ultraschalluntersuchungen (Screening) sowie Kontrollen der kindlichen Herzaktion und der Wehentätigkeit.

In einem Gespräch nach der ersten Untersuchung beraten wir Sie ausführlich und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen den Umfang Ihrer persönlichen Schwangerschaftsvorsorge und sorgen dafür, dass die Monate bis zur Entbindung so schön wie möglich werden.

Die meisten Schwangerschaften verlaufen völlig normal. Die Untersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge dienen Ihrer Sicherheit und schließen in den meisten Fällen Erkrankungen aus. Der Mutterpass wird am Anfang der Schwangerschaft ausgehändigt. Er gibt einen schnellen und präzisen Überblick über alle wichtigen Daten und Ergebnisse (Befunde) einer Schwangerschaft. In der Schwangerschaft sollten Sie den Mutterpass immer bei sich haben und zu den Vorsorgeuntersuchungen mitbringen. Im Notfall gibt er schnell und übersichtlich Auskunft.

  • Gewichtskontrolle
  • Urinuntersuchung
  • Blutdruckmessung
  • Untersuchung auf Ödeme/Varizen
  • Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor
  • Hämoglobin Bestimmung
  • Antikörper-Suchtest 2x
  • Lues-Suchreaktion (LSR)
  • Röteln-HAH-Test
  • Hepatitis B (HbsAG-Bestimmung)
  • Chlamydien-Nachweis
  • 3 Ultraschalluntersuchungen (Screening)

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird außerdem

  • die Lage des Kindes festgestellt,
  • die kindlichen Herztöne überprüft,
  • der Bauchumfang gemessen,
  • das Wachstum der Gebärmutter kontrolliert und
  • evtl. eine vaginale Untersuchung durchgeführt.

Ein Überblick über mögliche Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, da sie nicht in den Mutterschaftsrichtlinien verankert sind.

  • Toxoplasmose
  • TSH Test
  • Erstrimesterscreening (Nackenfaltenmessung)
  • AFP-Screening
  • Ultraschall (zusätzlich zu den drei vorgesehen Ultraschallen)
  • Organultraschall
  • Farbdopplerultraschall
  • Schwangerschaftsdiabetes-Test
  • 3D/4D-Ultraschall
  • Abstrich auf Streptokokken; Gonorrhoe

Krebsvorsorge und Krebsnachsorge

Das Risiko einer Krebserkrankung nimmt mit jedem Lebensjahr deutlich zu. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und durch eine gute Beratung zur Prävention können wir eine Erkrankung aber im Frühstadium erkennen und das Risiko erheblich mindern.

Jeder Frau steht ab dem 20. Lebensjahr jährlich eine Krebsvorsorgeuntersuchung zu, damit Krebserkrankungen oder Vorstufen von Krebs möglichst früh erkannt und behandelt werden können. Rechtzeitig erkannt, kann die Krebserkrankung in der Vorstufe dauerhaft geheilt werden. Für Frauen ab dem 50. bis 69. Lebensjahr wurde zur qualitätsgesicherten Brustkrebsfrüherkennung das Mammographiescreening eingeführt.

Übersicht Krebsvorsorge für Frauen

Krebvorsorge für Frauen ab 20 Jahre:
einmal jährliche Genitaluntersuchung mit gezielter Anamnese zu Menstruationsstörungen, Ausfluss, Abstrich und zytologische Untersuchung

Krebsvorsorge für Frauen ab 30 Jahre:
einmal jährliche Brust- und Hautuntersuchung mit Anamnese zu Beschwerden, Veränderungen, Abtasten von Brust und regionären Lymphknoten und der Anleitung zur Selbstkontrolle

Krebsvorsorge für Frauen ab 50 Jahre:
einmal jährlich Dickdarm- und Rektumuntersuchung mit Abtasten des Enddarms und Hämokkulttest auf Blut im Stuhl

Krebsvorsorge für Frauen von 50 bis 69 Jahren:
alle zwei Jahre Mammografiescreening, Einladung zur Röntgenuntersuchung der Brust durch zertifizierte Screeningeinheiten

Krebsvorsorge für Frauen ab 55 Jahre:
zweimal im Abstand von zehn Jahren Darmspiegelung oder wahlweise weiterhin alle zwei Jahre Hämokkulttest

Wechseljahre

Die sogenannten Wechseljahre sind ein einzigartiges Phänomen, ein Lebens-Wandel in der Mitte der weiblichen Lebensspanne. Ab dem 40. Lebensjahr nehmen sowohl Eisprünge als auch die Gestagenproduktion langsam ab, erste Anzeichen sind unregelmäßige, oft verkürzte Monatszyklen. Etwa um das 50. Lebensjahr kommt es dann zur Menopause, darunter versteht man die letzte Menstruationsblutung. Dabei verläuft das Erlöschen der Eierstocksfunktion in mehreren Phasen und wird von jeder Frau anders empfunden. Beginn, zeitlicher Verlauf und das Ausmaß der Veränderungen können sehr unterschiedlich sein. Konstitution, Persönlichkeit, familiäre Situation, Lebensgeschichte und sozioökonomische Faktoren sind mitbestimmend für das individuelle Erleben und Bewältigen der klimakterischen Übergangsperiode.

Mögliche Beschwerden in den Wechseljahren
Etwa ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren ist durch starke Beschwerden massiv in seiner Lebensqualität beeinträchtigt, ein Drittel verspürt keinerlei Beschwerden. Ein Abfall der Östrogene in den Wechseljahren hat zwei wichtige Folgen: Zunächst treten vegetative Beschwerden auf, dann folgen die degenerativen Veränderungen an Organsystemen.

Vegetative Beschwerden können sein:
Hitzewallungen und Herzrasen
Schlafstörungen und Erschöpfungszustände
Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit und Depressionen
Nachlassende Gedächtnisleistung

Degenerative Veränderungen können sein:
Scheidenwandatrophie (trockene, pergamentartige Schleimhaut mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und häufigeren Entzündungen)
Reizblase
Hautatrophie (dünne Haut, dünne Haare)
Blaseninkontinenz
Osteoporose
Arteriosklerose
(Alzheimer Demenz)

Gegenmaßnahmen
Heute raten viele Fachleute dazu, diese Zeit für vorbeugende Gegenmaßnahmen zu nutzen und nicht abzuwarten, bis Schmerzen oder akute Ereignisse den sich entwickelnden chronischen Prozess erst offenbaren. Hierzu gehören neben einer evtl. Hormonsubstitution eine gesunde Ernährung (Nikotinverzicht, mäßiger Alkoholkonsum), Einnahme von Antioxidantien (Vitamine, Mineralstoffe) und regelmäßige Ausübung von Sport (mind. 3 Std./Woche Ausdauer- und Krafttraining).

Hormonersatztherapie (HRT)
Die HRT spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept zum Erhalt von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in und nach den Wechseljahren. In 95 % der Fälle werden vegetative Symptome bereits nach 2-3 Wochen deutlich gelindert oder beseitigt. Durch die zugeführten Hormone werden die Mangelerscheinungen sanft ausgeglichen. Die niedrigste effektive Dosis kommt während der individuell erforderlichen Behandlungsdauer nach einer gründlichen gynägologischen Untersuchung und einem eingehendem Gespräch zum Einsatz. Jährlich wird mit der Patientin eine Bewertung der Einnahme vorgenommen. Gemeinsam wägen wir Nutzen und Risiko ab.

Andere Behandlungsmethoden
Naturheilverfahren zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden finden zunehmend Beachtung. Die Phytotherapie beruht auf der Einnahme von pflanzlichen Östrogenen, die in Soja, aber auch im Rotklee und in der Traubensilberkerze enthalten sind.

Zum Thema Wechseljahre beraten wir Sie umfassend und gerne, im Bedarfsfall erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen eine geeignete Therapie für Sie.

Impfung

Frauen mit Kinderwunsch sollten mit einem vollständigen Impfschutz in die Schwangerschaft gehen, da nicht alle Impfungen während der Schwangerschaft durchgeführt werden sollten. Dies gilt vor allem für Impfungen mit Lebendimpfstoffen (Mumps, Masern, Röteln, Varizellen), auch wenn bislang keine Schädigungen des Kindes bei versehentlicher Impfung festgestellt wurden. Tot-Impfstoffe sind dagegen unproblematisch.
Bringen Sie Ihren Impfpass einfach zu jedem Frauenarztbesuch mit. Wir beraten Sie über die notwendigen und wichtigen Impfungen in jeder Lebensphase und führen sie auf Wunsch auch direkt durch.

Hier die wichtigsten Impfungen:
Diphtherie
Tetanus (Wundstarrkrampf)
Kinderlähmung (Polio)
Keuchhusten (Pertussis)
Grippeimpfung
Hepatitis A/B
Pneumokokken
Meningokokken
Masern
Röteln
Mumps
Windpocken (Varizellen)
Tollwut
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung)

Mehr Information erhalten Sie auf der Website der Ständigen Impfkommission (STIKO), die dem Robert-Koch-Institut angegliedert ist: http://www.rki.de

Naturheilverfahren

Keine Frage – ohne die Methoden der modernen Medizin könnten viele, besonders akute Krankheiten nicht diagnostiziert oder behandelt werden. Allerdings sind es auch die oft lästigen Wehwechen des Alltags oder chronische Befindlichkeits-störungen, die unser energetisches Gleichgewicht auf Dauer in Schieflage bringen.

Dabei gibt es oft durchaus einfache Möglichkeiten, verbunden mit kleinen Änderungen des Lebenswandels, die Abhilfe schaffen können.

Akupunktur

Akupunktur ist eine Jahrtausende alte Technik, aus China importiert, bei der die an verschiedenen Stellen des Körpers verlaufenden Meridiane (Energieleitbahnen) über Akupunkturpunkte beeinflusst werden.
Es kann z.B. die Schmerzwahrnehmung des Gehirns blockiert werden, die zentrale Endorphinausschüttung stimuliert und bestimmte Organfunktionen des Körpers (über unser Vegetativum) reguliert werden.

Haupteinsatzgebiete: geburtsvorbereitende Akupunktur zur Wehenerleichterung, Migräne, Heuschnupfen

Vorteil: Dieses Verfahren ist praktisch nebenwirkungsfrei.

Nachteil: Akupunktur ist meist eine Selbstzahlerleistung, nur in bestimmten Fällen kommt die Krankenkasse für die Behandlungskosten auf.