Teenagersprechstunde
Der erste Frauenarztbesuch ist für sehr viele junge Mädchen unangenehm. Wir nehmen uns deshalb in der Teenagersprechstunde sehr viel Zeit für die erste Begegnung. Im Mittelpunkt steht daher nicht die Untersuchung, sondern das Gespräch. Wir freuen uns auch darüber, wenn Sie in Begleitung mit Freund, Freundin oder Mutter kommen wollen.
Wir beraten in der Teenagersprechstunde junge Mädchen zu allen Themen der körperlichen Entwicklung, zu Menstruation, Monatshygiene und Verhütung. Wir sprechen über sexuell übertragbare Erkrankungen und wie man sich vor einer Ansteckung schützt. Außerdem informieren wir über die neue Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, deren Kosten inzwischen von den meisten gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Falls eine Pillenverordnung gewünscht wird, führen wir eine Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke durch. Die oft so gefürchtete Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl ist in den meisten Fällen nicht nötig.
Empfängnisverhütung
Verhütung – alles klar? Vielfältige Verhütungsmethoden stehen, abhängig vom Lebensalter und Sicherheitsbedürfnis, zur Auswahl. Aber nicht alle sind für jede Frau geeignet.
Vor allem gesundheitliche Aspekte der einzelnen Frau (z.B. Krampfaderneigung, Zigarettenkonsum, Vorbelastung mit Thrombose, Einnahme von Medikamenten) können und sollten die Wahl des richtigen Verhütungsmittel beeinflussen.
Am besten lässt sich dies jedoch im persönlichen Gespräch klären.
Die wichtigsten Verhütungsmittel in der Übersicht:
*Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Methode.
Familienplanung
Die Voraussetzungen sind perfekt, Sie wünschen sich ein Kind, aber Sie werden nicht schwanger. Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt, kann das viele Ursachen haben. Ob es organische Gründe oder hormonelle Störungen sind oder ob die Probleme im psychischen Bereich liegen – wir helfen Ihnen weiter.
Viele Paare wünschen sich ein Baby
Doch nicht immer geht dieser Wunsch in Erfüllung. Man schätzt, dass nahezu jede siebte Ehe ungewollt kinderlos bleibt. In vielen Fällen liegen organische Ursachen oder hormonelle Störungen vor, die heute mit Hilfe fortschrittlicher medizinischer Methoden behoben werden können. Manchmal sind es jedoch auch psychische Probleme, die einer Schwangerschaft im Wege stehen.
Paare brauchen zunächst einmal Geduld
Im Normalfall liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft in jedem Menstruationszyklus bei 15 – 25 %. Bei der Hälfte der Paare mit Kinderwunsch klappt es während der ersten 3 Monate. Zwei Drittel der Frauen werden innerhalb eines Jahres schwanger. Bei einem unregelmäßigen Menstruationszyklus dauert es durchschnittlich länger bis eine Schwangerschaft eintritt.
Schwangerschaftsvorsorge
Herzlichen Glückwunsch! Nun beginnen 9 spannende Monate. Wahrscheinlich fühlen Sie sich hin und her gewirbelt zwischen Freude und Ungewissheit, was nun auf Sie zukommen wird. Welche Schritte sollten Sie zu welcher Zeit tun und welche Maßnahmen helfen Ihnen und Ihrem Kind, die Schwangerschaft rundum gesund zu erleben? Wir helfen Ihnen mit vielen Informationen und Tipps. Mit modernster Technologie begleiten wir Sie sowohl durch eine unkomplizierte, schöne Schwangerschaft als auch durch schwierige Zeiten. Beratung in Ernährungsfragen oder zu gesundheitlichen Risiken gehören genauso zur Schwangerschaftsvorsorge wie regelmäßige begleitende Untersuchungen, insbesondere auch bei Risikoschwangerschaften.
Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen finden in den ersten 30 Schwangerschaftswochen in 4-wöchigen Abständen, danach bis zum Entbindungstermin alle zwei Wochen statt. Neben klinischen Kontrollen, Beratungen und mehreren Laboruntersuchungen gehören dazu auch 3 Ultraschalluntersuchungen (Screening) sowie Kontrollen der kindlichen Herzaktion und der Wehentätigkeit.
In einem Gespräch nach der ersten Untersuchung beraten wir Sie ausführlich und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen den Umfang Ihrer persönlichen Schwangerschaftsvorsorge und sorgen dafür, dass die Monate bis zur Entbindung so schön wie möglich werden.
Krebsvorsorge und Krebsnachsorge
Das Risiko einer Krebserkrankung nimmt mit jedem Lebensjahr deutlich zu. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und durch eine gute Beratung zur Prävention können wir eine Erkrankung aber im Frühstadium erkennen und das Risiko erheblich mindern.
Jeder Frau steht ab dem 20. Lebensjahr jährlich eine Krebsvorsorgeuntersuchung zu, damit Krebserkrankungen oder Vorstufen von Krebs möglichst früh erkannt und behandelt werden können. Rechtzeitig erkannt, kann die Krebserkrankung in der Vorstufe dauerhaft geheilt werden. Für Frauen ab dem 50. bis 69. Lebensjahr wurde zur qualitätsgesicherten Brustkrebsfrüherkennung das Mammographiescreening eingeführt.
Übersicht Krebsvorsorge für Frauen
Krebvorsorge für Frauen ab 20 Jahre:
einmal jährliche Genitaluntersuchung mit gezielter Anamnese zu Menstruationsstörungen, Ausfluss, Abstrich und zytologische Untersuchung
Krebsvorsorge für Frauen ab 30 Jahre:
einmal jährliche Brust- und Hautuntersuchung mit Anamnese zu Beschwerden, Veränderungen, Abtasten von Brust und regionären Lymphknoten und der Anleitung zur Selbstkontrolle
Krebsvorsorge für Frauen ab 50 Jahre:
einmal jährlich Dickdarm- und Rektumuntersuchung mit Abtasten des Enddarms und Hämokkulttest auf Blut im Stuhl
Krebsvorsorge für Frauen von 50 bis 69 Jahren:
alle zwei Jahre Mammografiescreening, Einladung zur Röntgenuntersuchung der Brust durch zertifizierte Screeningeinheiten
Krebsvorsorge für Frauen ab 55 Jahre:
zweimal im Abstand von zehn Jahren Darmspiegelung oder wahlweise weiterhin alle zwei Jahre Hämokkulttest
Wechseljahre
Die sogenannten Wechseljahre sind ein einzigartiges Phänomen, ein Lebens-Wandel in der Mitte der weiblichen Lebensspanne. Ab dem 40. Lebensjahr nehmen sowohl Eisprünge als auch die Gestagenproduktion langsam ab, erste Anzeichen sind unregelmäßige, oft verkürzte Monatszyklen. Etwa um das 50. Lebensjahr kommt es dann zur Menopause, darunter versteht man die letzte Menstruationsblutung. Dabei verläuft das Erlöschen der Eierstocksfunktion in mehreren Phasen und wird von jeder Frau anders empfunden. Beginn, zeitlicher Verlauf und das Ausmaß der Veränderungen können sehr unterschiedlich sein. Konstitution, Persönlichkeit, familiäre Situation, Lebensgeschichte und sozioökonomische Faktoren sind mitbestimmend für das individuelle Erleben und Bewältigen der klimakterischen Übergangsperiode.
Mögliche Beschwerden in den Wechseljahren
Etwa ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren ist durch starke Beschwerden massiv in seiner Lebensqualität beeinträchtigt, ein Drittel verspürt keinerlei Beschwerden. Ein Abfall der Östrogene in den Wechseljahren hat zwei wichtige Folgen: Zunächst treten vegetative Beschwerden auf, dann folgen die degenerativen Veränderungen an Organsystemen.
Vegetative Beschwerden können sein:
Hitzewallungen und Herzrasen
Schlafstörungen und Erschöpfungszustände
Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit und Depressionen
Nachlassende Gedächtnisleistung
Degenerative Veränderungen können sein:
Scheidenwandatrophie (trockene, pergamentartige Schleimhaut mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und häufigeren Entzündungen)
Reizblase
Hautatrophie (dünne Haut, dünne Haare)
Blaseninkontinenz
Osteoporose
Arteriosklerose
(Alzheimer Demenz)
Gegenmaßnahmen
Heute raten viele Fachleute dazu, diese Zeit für vorbeugende Gegenmaßnahmen zu nutzen und nicht abzuwarten, bis Schmerzen oder akute Ereignisse den sich entwickelnden chronischen Prozess erst offenbaren. Hierzu gehören neben einer evtl. Hormonsubstitution eine gesunde Ernährung (Nikotinverzicht, mäßiger Alkoholkonsum), Einnahme von Antioxidantien (Vitamine, Mineralstoffe) und regelmäßige Ausübung von Sport (mind. 3 Std./Woche Ausdauer- und Krafttraining).
Hormonersatztherapie (HRT)
Die HRT spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept zum Erhalt von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in und nach den Wechseljahren. In 95 % der Fälle werden vegetative Symptome bereits nach 2-3 Wochen deutlich gelindert oder beseitigt. Durch die zugeführten Hormone werden die Mangelerscheinungen sanft ausgeglichen. Die niedrigste effektive Dosis kommt während der individuell erforderlichen Behandlungsdauer nach einer gründlichen gynägologischen Untersuchung und einem eingehendem Gespräch zum Einsatz. Jährlich wird mit der Patientin eine Bewertung der Einnahme vorgenommen. Gemeinsam wägen wir Nutzen und Risiko ab.
Andere Behandlungsmethoden
Naturheilverfahren zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden finden zunehmend Beachtung. Die Phytotherapie beruht auf der Einnahme von pflanzlichen Östrogenen, die in Soja, aber auch im Rotklee und in der Traubensilberkerze enthalten sind.
Zum Thema Wechseljahre beraten wir Sie umfassend und gerne, im Bedarfsfall erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen eine geeignete Therapie für Sie.
Impfung
Frauen mit Kinderwunsch sollten mit einem vollständigen Impfschutz in die Schwangerschaft gehen, da nicht alle Impfungen während der Schwangerschaft durchgeführt werden sollten. Dies gilt vor allem für Impfungen mit Lebendimpfstoffen (Mumps, Masern, Röteln, Varizellen), auch wenn bislang keine Schädigungen des Kindes bei versehentlicher Impfung festgestellt wurden. Tot-Impfstoffe sind dagegen unproblematisch.
Bringen Sie Ihren Impfpass einfach zu jedem Frauenarztbesuch mit. Wir beraten Sie über die notwendigen und wichtigen Impfungen in jeder Lebensphase und führen sie auf Wunsch auch direkt durch.
Hier die wichtigsten Impfungen:
Diphtherie
Tetanus (Wundstarrkrampf)
Kinderlähmung (Polio)
Keuchhusten (Pertussis)
Grippeimpfung
Hepatitis A/B
Pneumokokken
Meningokokken
Masern
Röteln
Mumps
Windpocken (Varizellen)
Tollwut
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung)
Mehr Information erhalten Sie auf der Website der Ständigen Impfkommission (STIKO), die dem Robert-Koch-Institut angegliedert ist: http://www.rki.de
Naturheilverfahren
Keine Frage – ohne die Methoden der modernen Medizin könnten viele, besonders akute Krankheiten nicht diagnostiziert oder behandelt werden. Allerdings sind es auch die oft lästigen Wehwechen des Alltags oder chronische Befindlichkeits-störungen, die unser energetisches Gleichgewicht auf Dauer in Schieflage bringen.
Dabei gibt es oft durchaus einfache Möglichkeiten, verbunden mit kleinen Änderungen des Lebenswandels, die Abhilfe schaffen können.
Akupunktur
Akupunktur ist eine Jahrtausende alte Technik, aus China importiert, bei der die an verschiedenen Stellen des Körpers verlaufenden Meridiane (Energieleitbahnen) über Akupunkturpunkte beeinflusst werden.
Es kann z.B. die Schmerzwahrnehmung des Gehirns blockiert werden, die zentrale Endorphinausschüttung stimuliert und bestimmte Organfunktionen des Körpers (über unser Vegetativum) reguliert werden.
Haupteinsatzgebiete: geburtsvorbereitende Akupunktur zur Wehenerleichterung, Migräne, Heuschnupfen
Vorteil: Dieses Verfahren ist praktisch nebenwirkungsfrei.
Nachteil: Akupunktur ist meist eine Selbstzahlerleistung, nur in bestimmten Fällen kommt die Krankenkasse für die Behandlungskosten auf.